Mein Werdegang:
Der Weg zur Gestalttherapie

Qualifikationen, Ausbildung & fachlicher Hintergrund


Von der Struktur der Systeme zur Dynamik des Erlebens

Mein beruflicher Weg verbindet technisches Denken, kreative Arbeit und persönliche Entwicklung. Nach meinen Studien des Bauingenieurwesens war ich viele Jahre in unterschiedlichen Projekten und Kontexten tätig – angestellt ebenso wie freiberuflich, national wie international, zuletzt vor allem im Projektmanagement von Infrastrukturprojekten. Diese Zeit hat mich geprägt: durch die Arbeit in komplexen Systemen, durch Verantwortung, Entscheidungsprozesse und das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Akteur*innen.

Die Suche nach dem inneren Erleben: Was uns als Menschen bewegt

Parallel dazu begleitete mich stets die Frage, wie Menschen fühlen, denken und sich entwickeln – sowohl im beruflichen Kontext als auch im persönlichen Leben. Mich interessierte weniger das reine Funktionieren als vielmehr das innere Erleben: Wie entstehen Entscheidungen? Wie gehen Menschen mit Übergängen, Unsicherheit oder Veränderung um? Und was unterstützt persönliches Wachstum?

Dabei leitete mich auch meine eigene Erfahrung mit starren perfektionistischen Mustern und dem Weg zu mehr innerer Erlaubnis und Lebendigkeit.

Fundierte Ausbildung und gestalttherapeutische Haltung

Diese Neugier führte mich über viele Jahre zu intensiver Selbsterfahrung, therapeutischer Arbeit, dem Gestaltansatz und einer kontinuierlichen Achtsamkeitspraxis, die bis heute einen festen Platz in meinem Leben einnehmen. Auf diesem Weg setzte ich mich tiefgreifend mit meiner eigenen Biografie auseinander. Besonders das Verstehen und Lösen aus prägenden Dynamiken meiner Herkunftsfamilie war für mich ein wesentlicher Schritt hin zu echter Autonomie.

Aus dieser Entwicklung heraus wurde mir zunehmend klar, dass ich nicht nur verstehen, sondern auch begleiten möchte – aufmerksam, präsent und im Dialog. Heute schöpfe ich aus der Erfahrung, wie befreiend es ist, die eigene Geschichte nicht mehr nur zu verwalten, sondern sie bewusst zu integrieren und gesunde Grenzen zu finden.

In meiner dreijährigen Fachausbildung zum Gestalttherapeuten haben meine persönlichen Erkenntnisse ihre fachliche Vertiefung gefunden. Die enge Verknüpfung von Theorie und praktischer Arbeit hat meine Haltung geschärft und gibt mir heute die Sicherheit, Menschen achtsam im Dialog zu begleiten. Ich blicke auf diese intensive Zeit als eine wertvolle Basis zurück, die es mir ermöglicht, die Freiheit des Gestaltansatzes professionell und verantwortungsbewusst anzuwenden.

Musik und Improvisation: Präsenz im Augenblick

Auch die Musik ist ein wichtiger Ausdrucks- und Erfahrungsraum für mich. Über viele Jahre war ich als Musiker in verschiedenen Jazz- und anderen Bandprojekten aktiv.

Ergänzend dazu absolvierte ich eine Ausbildung im tontechnischen Bereich, in der ich mich intensiv mit Aufnahme- und Mixingprozessen, Klanggestaltung sowie der technischen Umsetzung musikalischer Prozesse auseinandersetzte. Musik bedeutet für mich Präsenz, Zuhören, Resonanz und Improvisation – Qualitäten, die auch meine gestalttherapeutische Haltung wesentlich prägen.

Klarheit trifft Kreativität

Was mich ausmacht, ist die Verbindung von Struktur und Offenheit, von Klarheit und Kreativität. Eine improvisierende Haltung ist mir dabei besonders wichtig: das aufmerksame Wahrnehmen dessen, was im Moment entsteht, das Resonanznehmen auf mein Gegenüber und das Gestalten aus dem Augenblick heraus. Daraus entsteht für mich eine lebendige, dialogische Arbeit, die Halt gibt, ohne festzulegen, und Entwicklung ermöglicht, ohne zu drängen.

Gestalt ist, was ganz ist. Leben heißt, ein Ganzes zu sein, nicht nur eine Ansammlung von Teilen.
Fritz Perls

Gemeinsam den nächsten Schritt gehen

Wenn Sie neugierig geworden sind oder sich angesprochen fühlen, lade ich Sie ein, Kontakt mit mir aufzunehmen. In einem ersten Gespräch können wir gemeinsam schauen, worum es Ihnen geht und ob meine Arbeitsweise für Ihr Anliegen passend erscheint*.

Ich verstehe gestalttherapeutische Begleitung als einen gemeinsamen Weg auf Zeit – getragen von Vertrauen, Achtsamkeit und Offenheit für das, was sich zeigen möchte.

Hier finden Sie mehr zu meinem Angebot in Wuppertal: [Willkommen] | [Angebot]

* Ich arbeite im Bereich der Beratung, Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung. Meine Tätigkeit ersetzt keine heilkundliche oder psychotherapeutische Behandlung.


Qualifikationen | Ausbildungsinhalte

Gestalttherapie Basis-Ausbildung (1. Ausbildungsjahr | 27 Tage mit 200 Stunden)

Das Fundament meiner Arbeit

In dieser ersten Ausbildungsphase lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung einer professionellen therapeutischen Haltung und der Vermittlung der handwerklichen Grundlagen.

Zentrale Ausbildungsinhalte:

  • Gestalttherapeutische Grundhaltung: Schulung von Achtsamkeit, wertschätzender Präsenz und die Fähigkeit, Klienten im „Hier und Jetzt“ zu begegnen.
  • Theoretisches Fundament: Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen, der Phänomenologie und des ganzheitlichen Veränderungsmodells (nach Staemmler/Bock).
  • Beziehungsgestaltung: Training der professionellen Unabhängigkeit und der Fähigkeit, eine tragfähige, dialogische Arbeitsbeziehung aufzubauen.
  • Praxis & Reflexion: Intensive Selbsterfahrung sowie methodisches Training in Kleingruppen und Peergroups.
  • Selbsterfahrung: Intensive 7-tägige Gruppenselbsterfahrung nach Paul Rebillot („Die Heldenreise“).

Zu meinen Dozent*innen gehörten Kathrin Esser-Fochtmann und Maximilian Soller sowie Christian Brüser, Sibylle Beck, Julia Gieray und Nicolai Jungk.

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Fortbildung „Berühren und Begreifen“ (4 Tage mit 24 Stunden)

Körpertherapeutische Interventionen & Ko-Regulation

In dieser Fortbildung stand die achtsame, körpertherapeutische Arbeit im Fokus. Berührung wird hier als natürliche Form des Kontakts und als wirkungsvolles Instrument zur Regulation des Nervensystems verstanden.

Die Schwerpunkte der Fortbildung:

  • Ko-Regulation & Nervensystem: Einsatz von Berührung zur Beruhigung (Regulation) oder Aktivierung, um die Resilienz und Belastungsgrenze von Klienten nachhaltig zu erweitern.
  • Arbeit mit Traumata: Anwendung körpertherapeutischer Prinzipien zur Behandlung von Entwicklungstraumata und hoher Stressaktivierung.
  • Methodische Einflüsse: Integration von Ansätzen aus dem Somatic Experiencing, der Polyvagal-Theorie (nach Stephen Porges) und dem Shiatsu.
  • Wahrnehmung & Sicherheit: Vertiefung der Fähigkeit, feinste Körpersignale zu lesen und das therapeutische Kontaktangebot sicher um die körperliche Ebene zu erweitern.
Was das für meine Arbeit bedeutet: Ich habe gelernt, den Körper als Resonanzraum in den Therapieprozess einzubeziehen. Dies ermöglicht eine tiefere Form der Begleitung, insbesondere wenn Worte allein nicht ausreichen, um das Nervensystem zu erreichen und zu stabilisieren.

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Gestalttherapie Intensiv-Ausbildung (2. + 3. Ausbildungsjahr | etwa 655 Stunden)

Fachliche Vertiefung und therapeutische Spezialisierung

Diese zweijährige Aufbauphase diente der Erweiterung meines methodischen Spektrums und der Professionalisierung in komplexen Beratungsfeldern.

Ausbildungsinhalte und Schwerpunkte:

  • Zentrale Methodik:
    • Erweitertes Methodenspektrum: Arbeit mit dem „leeren Stuhl“, kreativen Medien, Körperwahrnehmung (Resilienz-Training) und systemischer Aufstellungsarbeit.
    • Prozesssteuerung: Vertiefung von Techniken wie Humor, Provokation und Konfrontation zur gezielten Auflösung von Vermeidungsstrategien.
  • Spezifische Interventionsfelder:
    • Traumatherapie: Erkennen von Traumatisierung und Grundlagen der dialogischen Traumarbeit (Modul mit Dr. Thomas Maurer).
    • Beziehung & Partnerschaft: Arbeit mit Paardynamiken und Bindungsbedürfnissen (Modul mit Andrea Seiferth).
    • Existenzielle Therapie: Begleitung bei Sinnfragen, Verlust und Lebenskrisen (Modul mit Ramon Brendel).
    • Gruppendynamik & Scham: Gestalttherapeutische Arbeit mit Schamgefühlen in Gruppenprozessen sowie die Begleitung von Kontakt- und Grenzphänomenen (Modul mit Josta Bernstädt).
  • Selbsterfahrung & Praxis:
    • Intensive Selbsterfahrung: Teilnahme an drei jeweils 7-tägigen tiefenwirksamen Gruppenselbsterfahrungen nach Paul Rebillot („Der Schatten“, „Family Circles“ sowie „Tod und Auferstehung“).
    • Geprüfte Qualität: Durchführung von Einzelsitzungen unter Supervision; erfolgreicher Abschluss durch Zwischen- und Abschlussprüfungen mit Live-Arbeit vor Fachpublikum.

Zu meinen Dozent*innen gehörten Sibylle Beck und Maximilian Soller sowie Kathrin Esser-Fochtmann, Christian Brüser, Laurenz Rohner, Ulrich Reichert und Nicolai Jungk. Zudem ergänzten externe Lehrbeauftragte und Gastreferent*innen, die nicht dem festen Kollegium des Instituts angehören, das Lehrangebot durch ihre spezifische Fachexpertise: Josta Bernstädt, Ramon Brendel, Dr. Thomas Maurer sowie Andrea Seiferth.


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